Büin Dokter
Wenn man öller wert
un an de sechzig geuht,
stellt seck düt un dat wall in
un man mot teon Dokter hen.
Nuipe ging et jennen Minsken
un dat will eck juw mohl vatellen:
Süen Liebe lang hät seu seck quält
dobü hät enne nix ggefeuhlt,
öbber süit lesten Meonat Mai
döh enne jümmer de Rugggen weuh.
Un obends, wenn heu schlopen woll,
wörn enne jümmer de Foete kault,
dorümme seh süine Frubbe denn:
„Niu fohrst diu öbber non Dokter hen!
Lot diu dü mohl in Äugenschüin nihmen
Un for düine Iusbeune lot dü auk wat giewen!“
An neichsten Dag ging et oll an,
de Schweigertochter spanne an.
No deppel öbber de Dörper ging de Wäg
no senn bükannten Dokter hen.
Unnerwegs fohrn seu wo dull:
Os seu henkeumen, satt des ganze Bude oll vull.
Noh dreu Stunneen kam heu endlick ran,
un luike ging dat Unnerseuken an.
„Herr Dokter, eck häwwet jümmer seo in Ruggen,
un vor kaulen Foeten kann eck nachts nich lüjjen“.
„Ja, mein Lieber, das sind die leidigen Bandscheiben.
Ich werd Ihnen gleich dafür verschreiben.
Aber für kalte Füße? Ich weiß nicht…
Doch, halt stopp! Machen Sie es wie ich.
Sind mir die Füße abends kalt,
und diesen zustand gibt’s ja halt,
dann steck ich sie ganz frech und kecke
bei meiner Frau mit unter die Decke.
Sie brauchen dann nicht lange frieren.
Ich würd das auch mal ausprobieren“.
De Dokter sägt: „Das wär’s für heute“!
De Minske denkt an süine kaulen Foete.
Un oss heu hariutgoht, reck heu seck teor voller Höchte:
„Heerr Dokter, niu sächt müi nau, wann ührer Fruwwen et wall passen möchte“!